Start Allgemein Günzburg: Günzburger Jahnhalle wird grundlegend saniert

Günzburg: Günzburger Jahnhalle wird grundlegend saniert

Carmen Willer/Stadt Günzburg

Für die grundlegende Sanierung der zentral gelegenen Günzburger Jahnhalle übergibt der bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter (Mitte), einen Förderscheck in Höhe von 3,716 Millionen Euro an Zweite Bürgermeisterin Dr. Ruth Niemetz und Dritten Bürgermeister Anton Gollmitzer. Bild: Carmen Willer/Stadt Günzburg

Sanierung wird von Bund und Freistaat mit Fördergeldern von rund 3,7
Millionen Euro unterstützt

In Kooperation zwischen der Stadt Günzburg und dem VfL Günzburg wurde die Jahnhalle im Jahr 1928 von den Bürgern für die Bürger erbaut. Seinerzeit wurde die „Jahn- Turn- und Sporthalle“ als Bürgerhaus und einzige Versammlungsstätte in der Stadt für multifunktionale Nutzungen angelegt. Seit vor etwas mehr als 30 Jahren der damals geplante Abriss verhindert wurde, setzt sich der Förderverein Günzburger Jahnhalle e. V. für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes ein. Nun wird das historische Bauwerk im
Günzburger Stadtkern saniert und zum „Haus der Vereine“ umfunktioniert. Die Arbeiten
werden von Bund und Freistaat in Millionenhöhe gefördert. Der Baubeginn ist für September dieses Jahres geplant.

Kein Günzburger und keine Günzburgerin kennt sie nicht: die Jahnhalle. Jeder, der in den
letzten 90 Jahren in Günzburg aufgewachsen ist, hat schon die ein oder andere Sporteinheit oder ein gesellschaftliches Event in dieser erlebt. Neben sportlichen Betätigungen fanden Spieletage, Feste, Bälle und Theaterdarbietungen statt. Dies begründet die emotionale Bindung vieler Einwohner der Stadt zum Gebäude. Viele Elemente des Baudenkmals, welches Zweite Bürgermeisterin Dr. Ruth Niemetz als „Fels in der Brandung“ bezeichnete, sind noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten und wecken Erinnerungen an schöne Erlebnisse


Über die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks freuen sich v. l.: Architektin Anna Kern, Landrat Dr. Hans Reichhart, Staatsminister Christian Bernreiter, Zweite Bürgermeisterin Dr. Ruth Niemetz, Projektleiter Bernd Fabera (Stadt Günzburg), Theresa Schnitzenbaumer und Svenia Rosette (Städtebauförderung, Regierung von Schwaben), Stadträtin Dr. Angelika Fischer, Dritter Bürgermeister Anton Gollmitzer, der
Vorsitzende des Förderverein Günzburger Jahnhalle e. V., Gerhard Hohmann und Kulturamtsleiterin Karin Scheuermann. 
Bild: Carmen Willer/Stadt Günzburg

Gegen den Abriss des Gebäudes, das seit 2000 unter Denkmalschutz steht, setzte sich vor circa 30 Jahren eine Bürgerschaft ein, die im Anschluss einen Förderverein gründete. Derzeit wird die Jahnhalle von Günzburger Schulen, Vereinen und der Stadt Günzburg als Sport- und Veranstaltungshalle gemeinsam genutzt. Allerdings kann sie aufgrund funktionaler, technischer und baulicher Mängel sowie aus Brandschutzgründen mittlerweile nur sehr eingeschränkt als Veranstaltungsstätte genutzt werden. In Zukunft sollen die Räumlichkeiten einen Bedürfnismix aus Sport, Kultur, Bildung, Bürgerbeteiligungen und Jugendprojekten bedienen. Die nötige Sanierung steht nun unmittelbar bevor und wird sich auf etwa 5,7 Millionen Euro belaufen.

Am vergangenen Mittwoch überbrachte der bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, die frohe Botschaft, dass das Vorhaben mit rund 3,716 Millionen Euro von Bund und Freistaat gefördert wird. Insbesondere die Sanierung und der Erhalt ortsprägender Gebäude wie dieser liege ihm besonders am Herzen, so Bernreiter.
Deshalb stehe der bayerische Staatsminister zu 100 Prozent hinter dem von ihm überreichten Förderbescheid.

Nach der Sanierung soll die Halle weiterhin für Schul- und Vereinssport zur Verfügung
stehen. Anders als zuletzt werden dann bis zu 500 Personen die Halle gleichzeitig für kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse nutzen können. Auch die aktuell gesperrte
Empore über dem Foyer wird im Anschluss wieder zugänglich gemacht. Die
Raumaufteilungen im Erd- und Untergeschoss bleiben mit Foyer, der Hallenfläche, der
Bühne mit Kletterwand beziehungsweise den Lagerräumen, den Geschäftsstellen von DAV
und VfL sowie der Küche und den beiden Vereinszimmer weitgehend erhalten. Die
Umkleiden und Duschen werden neu organisiert wodurch mehr Platz für Lagerräume der
Vereine geschaffen wird.

Durch die Installation einer optisch an das Dach angepassten Photovoltaikanlage auf der südlichen Dachfläche kann die Halle zum Teil aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Der nicht sanierungsfähige Anbau in Richtung der Tiefgarage wird abgebrochen und neu gebaut. Dieser Gebäudeteil nimmt ein Treppenhaus mit Aufzug, Technik- und Sanitärräume sowie ein Sportgerätelager auf. Durch den neuen Anbau wird die Barrierefreiheit erstmals in allen drei Nutzungsebenen hergestellt.

Durch die geplanten Sanierungsarbeiten, die im kommenden September starten und bis Herbst 2025 abgeschlossen werden sollen, entstehe eine Jahnhalle, die ihrer Lage und der Bedeutung im Zentrum Günzburgs gerecht werde, so die Zweite Bürgermeisterin. „Ein Projekt zum Vorteil aller Günzburger Bürgerinnen und Bürger“, betont Niemetz.


Die Sanierungsarbeiten an der Jahnhalle starten im kommenden September und
sollen bis Herbst 2025 abgeschlossen werden. 
Bild: Kern Architekten PartGmbH