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Günzburg: Extremwetterjahre begünstigen das Eschentriebsterben

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Die Sicherung der Bürgerinnen und Bürger und des allgemeinen Verkehrs machen Baumfällarbeiten notwendig.

Bereits seit Jahren sind Bäume rund um Günzburg begünstigt durch extreme Wetterverhältnisse vom Eschentriebsterben betroffen. Verursacht durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz, werden dabei zunächst frische Triebe eines Baumes und anschließend sein Holz befallen. Gefährlich wird es, wenn Eschen ohne Außeneinwirkung plötzlich umfallen oder optisch gesund wirkende Äste abbrechen. Besonders innerhalb der stark besucherfrequentierten Bereiche des Auwaldes und des Waldbades muss deshalb in nächster Zeit eine höhere Anzahl an Bäumen gefällt werden.

Der Pilzbefall durch das Falsche Weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus) entwickelt sich im abgeworfenen Laub des Vorjahres und bedingt weitere Schädigungen der geschwächten Eschen durch Folgeschadorganismen wie zum Beispiel den Hallimasch-Pilz (Armillaria). Auch ohne Sturm kann es dann zum plötzlichen Umfallen der Bäume kommen – eine starke Gefährdung für den öffentlichen Raum. Mehr Informationen zum Eschentriebsterben können der Website der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft entnommen werden.

Besonders Besucherschwerpunkte wie der Auwald und das Günzburger Waldbad sind von diesem Problem betroffen. „Durch die vielfältige Freizeitnutzung von Einrichtungen wie dem Trimm-Dich-Pfad, Radwanderwegen, dem Premiumwanderweg und dem beliebten Waldbad hat die sichere Nutzung dieser Bereiche für uns oberste Priorität“, sagt der Leiter der städtischen Forstverwaltung, Kevin Rees. Die Stadt werde die Sicherheit für die einzelnen Bürger sowie die allgemeine Verkehrssicherheit durch die Baumfällungen sicherstellen, so Rees. Um das wertvolle Nahrungs- und Lebensraumhabitat zu erhalten, werde liegendes und stehendes Totholz soweit möglich belassen.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Förderung zukünftiger Anpflanzungen. Da umbrechende Eschen viele Jungbäume zerstören, sind Baumentnahmen auch in Beständen mit Naturverjüngung notwendig, um die nächste Waldgeneration zu erhalten. „Dabei ist uns wichtig, dass naturschutzfachlich wertvolle alte Bäume, wie zum Beispiel Eichen stehen bleiben. Jeder Baum ist wertvoll“, betont die städtische Umweltfachkraft Christine Hengeler. Bei geeigneter Witterung sind zahlreiche Baumpflanzungen bis März dieses Jahres geplant. „Wir sind dankbar, dass mithilfe von Spenden die Neupflanzung von rund 20.000 Bäumen im Stadtwald Günzburg als Vorbau, Unterbau oder als Wiederanpflanzung für einen zukunftsfähigen und klimabeständigen Mischwald möglich ist“, so Rees.

Auch im Stadtgebiet und den Parkanlagen müssen vorwiegend Eschen, aber auch weitere Bäume, die nicht mehr standsicher sind, entnommen werden. Für jeden Baum, der gefällt werden muss, hat sich die Stadt Günzburg für eine Ersatzpflanzung in räumlicher Nähe verpflichtet. Durch Initiative der Ortsgruppe Günzburg des BUND Naturschutz konnten bereits im Herbst letzten Jahres einige Standorte in der Weststadt neu bepflanzt werden. „Der Wert unserer alten Bäume zeigt sich in jedem Hitzesommer neu, denn schattige Plätze und gute Luft erhalten wir nur durch Großbäume im Stadtgebiet“, sagt Hengeler.

Trotz der vorhandenen guten Mischung verschiedener Baumarten mit nach wie vor vielen Großbäumen, sind auch im Günzburger Waldbad Neupflanzungen geplant. Die Stadtwerke Günzburg haben in den vergangenen Jahren jährlich rund zehn bis fünfzehn Ersatzpflanzungen vorgenommen. Weitere teils großflächige Nachpflanzungen sind auch in diesem sowie in den darauffolgenden Jahren geplant. Dadurch soll der Parkcharakter der Anlage wieder verstärkt und das Waldbad mit entsprechend resistenten Nachpflanzungen für die Zukunft ausgerichtet werden. Zudem wird mit Sträuchern gearbeitet, was zur Strukturierung der Fläche dienen und diese gleichzeitig optisch aufwerten soll. „Mit einem neuen Anpflanzungskonzept wird unser beliebtes Freibad auch weiterhin ein „Waldbad“ sein – sicher für die Gäste, nachhaltig und in Hinblick auf Baumbestand und Artenvielfalt zukunftsfähig“, sagt Stadtwerke-Vorstand Lothar Böck.