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Fußball, Regionalliga: Memmingen holt einen Punkt

Beim 0:0 Unentschieden des FC Memmingen im Regionalliga-Heimspiel gegen Viktoria Aschaffenburg fiel zwar ein Treffer, der aber nicht zählte. Als kurz vor Schluss Lukas Rietzler unter dem Jubel der knapp tausend Zuschauer den Ball über die Linie drückte war, der Jubel zunächst groß. Dann folgte die Ernüchterung, denn die Handbewegung von Schiedsrichter Tobias Wittmann zeigte nicht etwa zum Anstoßpunkt, sondern bedeutete zum Entsetzen der Memminger indirekten Freistoß für die Gäste – und eben „kein Tor“.
Warum, erklärte der Unparteiische dem reklamierenden FCM-Trainer Matthias Günes sachlich an der Außenlinie: Viktoria-Torhüter Max Grün habe den Ball kontrolliert und er habe deshalb folgerichtig auf Foul entschieden. Dazu reicht übrigens den Regeln nach, dass dafür ein Finger des Keepers am Spielgerät dran ist. Die nicht jedermann bekannte Regel betonte auch Aschaffenburgs Trainer Simon Goldhammer. Tatsache war, dass Grün den Ball unsicher nach einem Eckball fallen ließ. Ob er im Nachhechten dran war oder nicht, konnten auch die Videobilder nicht belegen. Die VIP-Gäste im hochgelegenen Glasbau des e-con ArenaParks hatten beste Sicht auf die Situation direkt darunter, sahen aus ihrer Sicht einen regulären Treffer. Auch für die Memminger Spieler war der Ball „frei“; Grün beteuerte dagegen dran gewesen zu sein. Weil es so eng im Spiel zuging und bei der Tabellenkonstellation zugeht, war es hinterher natürlich die meistdiskutierte Aktion des Spiels.
Es blieb beim torlosen Remis, mit dem sowohl der FCM als auch Aschaffenburg wenig zufrieden waren, wenngleich der Punkt den ersatzgeschwächten Gästen wohl etwas mehr hilft. Nachdem Eintracht Bamberg erneut verloren hat, verpasste Memmingen die Chancen auf den 16. Tabellenplatz und somit dem ersten Relegationsplatz, gleichzuziehen. Aber mit zwei Punkten Rückstand und dem noch anstehenden direkten Duell gegen diesen Gegner, ist noch Vieles möglich. Die Rote Laterne des Schlusslichts wurde wieder an den TSV Buchbach zurückgegeben, zu dem es in einem „Do or die-Spiel“, wie es Günes formulierte, am nächsten Freitag geht.
Der Coach strich in seiner Analyse die positiven Dinge heraus. So stand nach dem 1:0 Auswärtssieg in Ansbach zum zweiten Mal hintereinander hinten die Null. Angesichts der mit 68 Gegentreffern schlechtesten Abwehr durchaus bemerkenswert. Auch an weiteren Stellschrauben wurde erfolgreich gedreht. Das Manko von frühen Gegentreffern wurde auch abgestellt, auch wenn Günes von der Aufstellung der Aschaffenburger etwas überrascht wurde. Mit der erstmaligen Dreier-Kette in der Gäste-Abwehr hatte er nicht gerechnet, aber nach einer Viertelstunde hatte sich die Memminger darauf eingestellt. Auch wurde nicht, wie schon so oft in dieser Runde, am Ende noch ein Gegentreffer kassiert, der den Spielverlauf auf den Kopf stellte.
Was zwischen Beginn und Schluss bleibt, ist die Zeit dazwischen und daran soll weitergearbeitet werden: Die Chancenverwertung. Angesichts der bisherigen Ausbeute beider Teams, war ein Offensivspektakel nicht zu erwarten gewesen, aber der FC Memmingen hatte ein Plus an Möglichkeiten gegenüber dem Gegner. In der ersten Halbzeit deren drei für Tiziano Mulas, Pascal Maier und Matthias Moser. In der zweiten Hälfte nicht nur drei Hochkaräter von Rietzler und zweimal durch den eingewechselten Youngster Noah Müller.

Trainerstimmen:
Matthias Günes (FC Memmingen): „Wir haben Aschaffenburg etwas anders erwartet. In der ersten Halbzeit hatten beide Teams nur wenige Möglichkeiten. Nach der Pause sind wir mehr ins Risiko gegangen und waren dem Tor auch näher. Wir haben viel investiert, wurden leider dafür nicht belohnt. Natürlich ist die Mannschaft darüber enttäuscht.“
Simon Goldhammer (SV Viktoria Aschaffenburg): „Man hat gemerkt, dass für beide Mannschaften viel auf dem Spiel stand. Das hat man dem Spiel auch angemerkt. Keiner wollte einen Fehler machen. Ich denke, am Ende war es ein leistungsgerechtes Ergebnis. Wir hätten zwar gerne zum Ende hin noch den Punch gesetzt, aber das ist uns nicht gelungen.“

FC Memmingen 07: Dewein – Sailer Fidalgo, Bauer, Dolinski, Lutz – Rietzler, Hingerl – Moser (59. Müller), Mulas (86. D. Günes), Berwein – Maier.
Viktoria Aschaffenburg: Grün – Dähn, Borger, Stein – Desch – Nadaroglu, Baier, Schulz, Klement – Meyer (62. Kleiner), Pieper.
Tore: Fehlanzeige. – Schiedsrichter: Wittmann (SV Wendelskirchen). – Gelbe Karten: Hingerl / Nadaroglu, Baier. – Zuschauer: 987.