Start Nachrichten Augsburg: In neuem Glanz: Ölgemälde von Matthäus Günther restauriert zurück

Augsburg: In neuem Glanz: Ölgemälde von Matthäus Günther restauriert zurück

Corona-Förderlinie für Freiberufler in Museen der Ernst von
Siemens Kunststiftung ermöglicht weitere Restaurierung

  • Zentrales Werk in der Deutschen Barockgalerie im
        Schaezlerpalais zu sehen
  • Bereits Erneuerung einer Wappentafel gefördert
  • „Die Anbetung des Apokalyptischen Lammes“ war
         Entwurfsskizze für Deckenfresko in Amorbach
  • Biblisches Motiv aus der Johannes-Apokalypse

Das Ölgemälde „Die Anbetung des Apokalyptischen Lammes“
des Augsburger Künstlers Matthäus Günther (1705-1788) zählt zum Bestand der Deutschen Barockgalerie im Schaezlerpalais. Frisch restauriert durch Andreas Goetzke, einem freien Restaurator, kehrte die Entwurfsskizze (Bozzetto) für das Chorfresko der ehemaligen Abteikirche Amorbach in Mainfranken nun an seinen Platz in der Dauerausstellung zurück. Nach der Wiederöffnung der Museen nach dem Shutdown kann
es dort betrachtet werden. „Matthäus Günthers DeckenfreskenEntwurf gehört zu den wichtigsten Bozzetti der Deutschen Barockgalerie. Da die Malschicht schon sichtlich beschädigt war, musste sie dringend und mit der gebotenen Sensibilität gesichert werden. Wir sind dankbar über die Möglichkeit, dieses wichtige Objekt durch die Förderung dauerhaft für die Zukunft erhalten zu können“, so Dr. Christof Trepesch, Leitender Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg.

Bereits das zweite Werk mit Hilfe der Stiftung restauriert
Die Restaurierung wurde durch die im März gestartete CoronaFörderlinie der Ernst von Siemens Kulturstiftung finanziert, eine unbürokratische Unterstützung für freiberufliche Restauratorinnen und Restauratoren sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Museen. „Mit der Restaurierung des Ölgemäldes von Matthäus Günther wird nicht nur ein bedeutendes Werk für die Augsburger Kunstsammlungen gesichert, sondern auch der Entstehungsprozess des großen Chorfreskos der Benediktinerabteikirche Amorbach besser lesbar. Ein wichtiger Schritt für das Museum, die Kunstwissenschaft und die Öffentlichkeit sowie eine gelungene Arbeit, die das Gemälde in seiner ganzen Pracht zur Geltung kommen lässt“, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung. Nach der Wappentafel des kleinen und großen Rats aus dem Maximilianmuseum ist das Günther-Gemälde bereits das zweite Objekt der Augsburger Kunstsammlungen, welches aktuell mithilfe des Programms der Ernst von Siemens Kunststiftung gesichert werden konnte.

Maßgebliche Prägung der süddeutschen Rokoko-Malerei
Der Maler Matthäus Günther, der 1763 katholischer Direktor der in Augsburg ansässigen Reichsstädtischen Kunstakademie wurde, beeinflusste in über 50 Schaffensjahren wesentlich die Rokoko-Malerei des süddeutsch-bayerischen Raums. Der Bozzetto stellt das biblische Motiv der Anbetung des Apokalyptischen Lammes dar, das durch seine Schlachtung als eine symbolische Darstellung von Christus verstanden werden kann.
Er diente als Entwurfsskizze für das Chorfresko der ehemaligen Benediktinerabteikirche Amorbach in Mainfranken, die Mitte des 18. Jahrhunderts im Stil des Spätbarocks umgestaltet wurde. Das von 1745 bis 1747 geschaffene Freskenprogramm mit insgesamt 23 Bildfeldern, zählt zu Günthers Hauptwerken. Die Ölskizze, die sich seit 1912 im Besitz der deutschen Barockgalerie befindet, weist einige Unterschiede zur Ausführung des Motivs auf und ist daher ein wichtiges Zeugnis der Genese des Amorbacher Chorfreskos. Matthäus Günthers Deckenfresken-Entwurf gehört zu den wichtigsten Bozzetti der Deutschen Barockgalerie.

 

Matthäus Günther (Tritschenkreuth bei Peissenberg 1705 –
Haid bei Wessobrunn 1788)
Die Anbetung des Apokalyptischen Lammes, vor 1745
Öl auf Leinwand mit gemalter Umrandung; 87,5 × 66 cm

Mehr zum Programm der Ernst von Siemens Kunststiftung:
www.ernst-von-siemens-kunststiftung.de/corona-foerderlinie-foerderungen.html

Anhang:
1 Bild:
Restaurator Andreas Goetzke mit dem Ölgemälde „Die Anbetung
des Apokalyptischen Lammes“, das durch ein Förderprogramm
der Ernst von Siemens Kunststiftung restauriert werden konnte.
Es ist nun wieder an seinen Platz in der Deutschen Barockgalerie im Schaezlerpalais zurückgekehrt.

Bildnachweis: Monika Harrer / Kunstsammlungen & Museen